Impfstoffe: Über den Tisch gezogen


Es ist mittlerweile unbestritten, dass die EU bei der Beschaffung von Impfstoffen komplett versagt hat. Es wurde zu spät und zu wenig bestellt. Ein Kommentar.

Tim Szent-Ivanyi | Frankfurter Rundschau

Selbst die Länder, die nicht zusätzlich auf den russischen oder chinesischen Impfstoff setzen – wie zum Beispiel Chile –, sind beim Impfen erheblich weiter als die meisten EU-Staaten.

Nun überrascht Astrazeneca die EU erneut mit der Ankündigung, die zugesagten Liefermengen nicht einhalten zu können. Das Unternehmen nennt Exportbeschränkungen als Grund, die es nach Angaben der britischen und der US-amerikanischen Regierung allerdings gar nicht geben soll. Was stimmt nun?

Es drängt sich zunehmend der Eindruck auf, die EU lasse sich fortwährend über den Tisch ziehen. Nun aber ihrerseits mit einem umfassenden Exportverbot zu reagieren, wäre brandgefährlich. Denn das könnte einen weltweiten Handelskrieg verursachen, bei dem auch unschuldige Firmen und Staaten getroffen würden. Am Ende gewänne nur das Virus.

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