Das Amtsverständnis einiger christlicher Politiker ist toxisch


Es muss glaubhaft Schluss sein mit dem Wegschauen bei dubiosen Nebengeschäften. Sonst könnten es die kriselnde Union ihre Existenz kosten. Ein Kommentar.

Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Neben den Maskenaffären werden immer neue zweifelhafte Geschäftsgebaren von Unionspolitikern bekannt.Foto: imago images/Christian Ohde

CDU und CSU müssen aufpassen. Es kann sie jetzt erwischen. Wirklich. Nichts ist in der Politik gottgegeben, auch nicht für Parteien, die sich christlich nennen. Das verschafft ihnen keinen Vorteil – im Gegenteil, sie werden immer wieder an diesem Anspruch gemessen. Zumal jetzt, da die Maskenaffäre in ihren Reihen voll durchschlägt.

Ja, es ist ein Schlag: für die Parteien, aber auch für die an der Spitze, die jeweils große Ambitionen haben. Armin Laschet, der neue CDU-Bundesvorsitzende, Markus Söder, der schon länger amtierende CSU-Chef – beide sind vereint in der Überlegung, ob es nicht doch noch etwas Größeres für sie geben kann, als Ministerpräsident zwei herausragender Bundesländer zu sein.

Frei nach Goethe: Vorbei – in diesem Fall kein dummes Wort. Denn was noch vor wenigen Wochen als gleichsam ausgemacht galt, dass nämlich Deutschland nach der Bundestagswahl am 26. September wieder von einem aus der Union regiert wird, wieder einem Mann, ist heute beileibe nicht mehr so sicher.

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