Auf dem Jupiter stürmt es auch in der Stratosphäre


Der Gasriese Jupiter ist für seine riesigen Sturmwirbel und rasenden Wolkenbänder bekannt. Jetzt enthüllen Beobachtungen mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) in Chile, dass es über der Wolkendecke des Jupiter sogar noch rasantere Stürme gibt: Rund um die Pole bewegen sich schmale Windbänder mit bis zu 1450 Kilometer pro Stunde – das ist doppelt so schnell wie die Winde im Großen Roten Fleck. Weil es in der Stratosphäre des Jupiter keine optisch verfolgbaren Wolken gibt, nutzten die Astronomen für ihre Tempomessung die spektralen Signaturen von Blausäuremolekülen in dieser Atmosphärenschicht.

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Illustration der Winde in der polaren Stratosphäre des Jupiters. (Bild: ESO/L. Calçada & NASA/JPL-Caltech/ SwRI/MSSS)

Jupiter ist berühmt für seine charakteristischen roten, weißen und bräunlichen Wirbelstürme und die in Streifen parallel zum Äquator wehenden Sturmbänder. Erst kürzlich ermittelten Planetenforscher mithilfe von Daten der NASA-Raumsonde Juno, dass diese troposphärischen Stürme von der Oberseite der Wolkendecke bis in 3000 Kilometer Tiefe reichen. Ein erheblicher Teil der tiefer liegenden Gasmassen ist demnach in ständiger, schneller Bewegung. Sehr viel weiter oben, in der Ionosphäre des Gasriesen, rasen noch schnellere Ströme geladener Teilchen durch die dünne Gashülle. Diese ionosphärischen Jets stehen in enger Verbindung zu den Polarlichtern des Planeten und können bis zu zwei Kilometer pro Sekunde schnell sein, wie Thibault Cavalié von der Universität Bordeaux und seine Kollegen erklären.

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