Abtreibungsgegner in München: Reaktionär trifft feministisch


Christliche FundamentalistInnen und Rechte demonstrieren beim ersten Münchener „Marsch fürs Leben“ gegen Abtreibungen. Aber es gibt auch Gegenprotest.

Patrick Guyton | taz

Rund 800 AbtreibungsgegnerInnen haben sich am Samstag in München versammelt Foto: imago

Punkt 12 Uhr läuten die Glocken von St. Peter in der Münchner Altstadt, dem bekannten Alten Peter. Doch die Szenerie vom vergangenen Samstag ist anders als sonst – die Polizei hat die gotische Kirche von außen abgeriegelt, zehn Einsatzfahrzeuge stehen davor, Polizisten in Schwarz mit Helmen und Knüppeln in den Händen drumherum. Eine Art Hochsicherheitszone. Am Eingang zur Kirche steht Julia, 18 Jahre alt, auf ihrem orangefarbenen T-Shirt steht „Life is Life“. „Ich finde Abtreibungen furchtbar“, sagt sie, „als Christin bin ich für das Leben.“

Der Verein „Stimme der Stille“ hat zum ersten Münchner „Marsch für das Leben“ aufgerufen. Hinter dieser Bewegung steckt ein Gebräu aus radikalen AbtreibungsgegnerInnen, christlichen FundamentalistInnen und Rechten bis Rechtsex­tremen. Sie geben sich auch Namen wie „Lebensrechtler“ und „Pro Life“. In Berlin und anderen Städten werden immer wieder „Märsche für das Leben“ organisiert. In München ist es der erste, die katholische Kirche hat für den Auftakt ihre Pforte geöffnet.

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