Noch ist es nicht zu spät, die St. Hedwigs-Kathedrale zu retten


Das katholische Erzbistum und die Kritiker des Umbaus der Kirche sollten einen Kompromiss suchen.

Nikolaus Bernau | Berliner Zeitung

Unter den vielen Architektur-Kriegen Berlins der vergangenen Jahre war der um den Fortbestand der bisherigen St. Hedwigs-Kathedrale sicherlich einer der härtesten, ausgetragen oft fast ohne Bandagen, mit entsprechend schweren emotionalen Verletzungen. Sie wurde zwischen 1952 und 1963 nach den Plänen des rheinischen Architekten Hans Schwippert wiederaufgebaut, als Gesamtkunstwerk von Künstlern aus beiden Teilen Deutschlands. Es war die bedeutendste, Raum gewordene Demonstration einer standhaften und doch des eigenen Versagens in der Nazizeit bewussten Katholischen Kirche.

Dennoch will das Erzbistum diesen Raum zugunsten einer aus seiner Sicht repräsentativen „Hauptstadtkirche“ aufgeben. 2013 gewann das Fuldaer Büro Siechau & Walter mit dem Wiener Künstler Leo Zogmeyer aus Wien den Wettbewerb, seitdem wird das Erzbistum scharf auch von Gemeindemitgliedern kritisiert: Es kümmere sich nicht um den Wunsch nach Mitsprache, nach Erhalt der im Bau geronnenen Erinnerungen, verschwende Geld für eine scheinkarge Neugestaltung.

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