Franz war einverstanden mit dem „Nein“ der Glaubenskongregation


Anzeichen dafür zu suchen, dass Papst Franziskus das „Nein“ der Glaubenskongregation zur Segnung homosexueller Paare insgeheim nicht billigt, hat wenig Sinn, meint Gudrun Sailer. Die Aufteilung in einen „guten Papst“ und einen „bösen Vatikan“ gehe nicht auf.

Gudrun Sailer | katholisch.de

Das „Nein“ steht da, und es verletzt – wie jedes autoritäre Nein, das aufkeimende Hoffnungen auf ein „Vielleicht irgendwann“ in einem derart persönlichen Bereich wie einer Paarbeziehung zunichtemacht. Andererseits konnte die Glaubenskongregation auf die ihr vorgelegte Frage in der Substanz kaum anders antworten als so, wie sie es getan hat. Ihr „Nein“ entspricht der heute gültigen katholischen Lehrposition. Höchste lehramtliche Dokumente, die gelebte Homosexualität billigen würden, gibt es nicht. Und die kirchliche Lehre weiterzuentwickeln, gehört nicht zu den Aufgaben der Glaubenskongregation.

Natürlich hätte Papst Franziskus das jüngste Schreiben aus der Glaubenskongregation zurückhalten können, vorläufig oder überhaupt. Er hat es aber genehmigt und hinausgehen lassen. Wenn jetzt einige namhafte Vatikanbeobachter (so Gerald O´Connell von der Jesuitenzeitschrift America Magazine) unter Berufung auf anonyme Vatikanmitarbeiter und die Worte des Papstes beim Angelus letzten Sonntag berichten, Franziskus sei in Wirklichkeit nicht einverstanden mit dem „Nein“ zur Segnung gleichgeschlechtlicher Verbindungen, kann man darin den Versuch sehen, den Papst in Schutz zu nehmen vor dem Entsetzen, das ihm jetzt aus der Kirche in Deutschland und anderen (nicht allen) Teilen der Welt entgegenschlägt.

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