EU-Expertenbericht empfiehlt Einstufung der Kernkraft als „grüne Investition“


Die EU sollte die Kernkraft einer Expertenempfehlung zufolge als „grüne Investition“ einstufen.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Die Analysen hätten keine wissenschaftlich fundierten Belege dafür ergeben, dass die Atomenergie die menschliche Gesundheit oder die Umwelt stärker schädige als andere Technologien zur Stromerzeugung, heißt es in einem Entwurf des wissenschaftlichen Dienstes der EU-Kommission, welcher der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Die Lagerung von Atomabfall tief unter der Erde sei „angebracht und sicher“, heißt es in dem Dokument der Gemeinsamen Forschungsstelle JRC. Die Autoren verweisen auf entsprechende Projekte in Frankreich und Finnland.

Noch keine Entscheidung der EU-Kommission

Die EU-Kommission lehnte eine Stellungnahme zu dem Entwurf ab. Der Bericht soll in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Zwei Experten-Ausschüsse sollen ihn laut Reuters dann drei Monate prüfen, bevor die Kommission eine Entscheidung trifft. Sie arbeitet an einem Klassifizierungssystem, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als nachhaltige Investitionen eingestuft werden sollen.

Laut Reuters kam es vor einiger Zeit unter den Beratern zum Streit über die Atomkraft. Die eine Seite verwies auf den sehr niedrigen Ausstoß von Treibhausgasen, die andere auf das Problem der Lagerung des radioaktiven Abfalls.

Generell argumentieren Befürworter der Atomenergie, die Kernenergie habe einen kleinen ökologischen Fußabdruck und sei klimafreundlich. Das Umweltbundesamt weist dagegen darauf hin, dass auch Atomstrom nicht CO2-neutral sei. Außerdem seien die Emissionen für die Endlagerung schwer absehbar.