Eichmanns Komplize: NS-Schreibtischtäter diente dem BND


Der SS-General Huber war für den Tod Zehntausender Menschen verantwortlich – nach dem Krieg arbeitete er trotzdem für den Bundesnachrichtendienst. Dies zeigen Dokumente, die report München ausgewertet hat.

Stefan Meining | tagesschau

Juden werden in einem Zug nach Auschwitz deportiert. akg images/Imagno

Das ARD-Politmagazin report München hat hunderte Seiten bisher unbekannter Unterlagen aus dem Archiv des Bundesnachrichtendienstes (BND) ausgewertet. Die vom BND deklassifizierten Unterlagen zeigen, dass der ehemalige Münchner SS-General Franz Josef Huber dem BND bzw. dessen Vorläuferorganisation von 1955 bis zu seiner Verrentung 1967 zu Diensten war.

Die von report München ausgewerteten Dokumente belegen zudem: Der deutsche Auslandsnachrichtendienst warb Huber im Dezember 1955 an, obwohl der Behörde die NS-Vergangenheit Hubers in allen Einzelheiten bekannt war. So stellt auch ein interner Bericht des BND vom 13. Januar 1964 fest, Huber sei „insbesondere verantwortlich für die Unrechtsmaßnahmen, die im Bereich seiner Dienststellen […] aus rassischen oder anderen Gründen […] getroffen wurden“.

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