Prinz gegen König – wurde in Jordanien eine Verschwörung vereitelt?


Das jordanische Herrscherhaus lässt den früheren Kronprinzen unter Hausarrest stellen. Prinz Hamza bin Hussein, ein Halbbruder des Königs, wehrt sich gegen Vorwürfe, Sicherheit und Stabilität des Landes gefährdet zu haben. Der Prinz übt scharfe Kritik an der Regierung.

Inga Rogg | Neue Zürcher Zeitung

Jordaniens Prinz Hamza bin Hussein an der Eröffnungsfeier einer religiösen Konferenz an der islamischen al-Bayt-Universität in Amman im August 2004. Reuters

Im Normalfall werden Konflikte in der königlichen Familie von Jordanien hinter verschlossenen Palasttoren geregelt. Die Öffentlichkeit erfährt davon allenfalls gerüchteweise. Zwischen König Abdallah und seinem Halbbruder Hamza bin Hussein, einem ehemaligen Kronprinzen, schwelt schon länger ein Streit, am Osterwochenende brach er jedoch offen aus. Das Herrscherhaus wirft Hamza vor, zusammen mit hochrangigen Vertretern die «Sicherheit und Stabilität» Jordaniens zu unterminieren.

Prinz Hamza wurde am Samstag unter Hausarrest gestellt, und mindestens sechzehn Personen wurden verhaftet, unter ihnen Hassan bin Zaid und Bassem Awadallah, ein ehemaliger Finanzminister und Leiter des Büros von König Abdallah. An einem Presseauftritt machte Aussenminister Ayman Safadi deutlich, dass der Sicherheitsapparat seit längerem die Kommunikation der drei abgehört hatte.

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