Was die Klimageschichte der Arktis über die Erderwärmung verrät


In Grönland war es vor 500.000 Jahren deutlich wärmer und feuchter als heute. Erkenntnisse zu dieser Klimaphase sind auch für Zukunftsprognosen wichtig

Alois Pumhösel | DERSTANDARD

In unterirdischen Mineralablagerungen fanden Innsbrucker Höhlenforscher Belege für ein wärmeres und feuchteres Klima in Grönland vor mehreren Hunderttausend Jahren.Foto: Robbie Shone

Wir leben in einer Zwischeneiszeit, einer Warmzeit innerhalb eines Eiszeitalters, das mit der Vergletscherung der Arktis vor mehr als 2,5 Millionen Jahren seinen Ausgang nahm. Die regelmäßigen Warmzeiten oder Interglaziale entstehen durch zyklische Veränderungen der Sonneneinstrahlung auf der Erde, die sich aus Veränderungen der Parameter der Erdbahn um die Sonne ergeben – man spricht von den Milanković-Zyklen, benannt nach dem serbischen Mathematiker Milutin Milanković.

Heute ist allerdings alles andere als sicher, ob die Erde nach den erwartbaren zig Jahrtausenden einer Warmzeit wieder in eine Eiszeit zurückkehrt. Durch die Aktivität des Menschen, der die Atmosphäre mit bisher nicht dagewesener Geschwindigkeit mit CO2 anreichert, bleibt die Zukunft ungewiss.

Arktisches Klimaarchiv

Um mehr über unsere gegenwärtige Warmzeit herauszufinden, lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Wissenschafter nutzen etwa Eisbohrkerne oder geologische Datenarchive, um hunderttausende Jahre zurückzuschauen und mehr über den Verlauf der früheren Klimaerwärmungen herauszufinden. Eine zentrale Frage dabei lautet: Was können wir erwarten, wenn die Phänomene der Warmzeit und der menschengemachten Klimaerwärmung zusammentreffen?

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