Möglicher Widerspruch im Standardmodell der Teilchenphysik entdeckt


Forscher messen etwas, das auf eine Schwäche in der Grundtheorie der Elementarteilchen hindeutet. Muss nun eine „neue Physik“ her, oder ist die alte reparabel?

Ralf Nestler | DER TAGESSPIEGEL

Der Teilchen-Beschleuniger.Foto: Fermillab

Das Standardmodell der Teilchenphysik ist eine Art Stammbaum für die Nanowelt. Es beschreibt, welche Teilchen es gibt – vom Elektron und Proton über Quarks bis hin zum Higgs-Boson. Es beschreibt auch, wie durch den Zerfall schwerer Partikel leichtere entstehen und welche Kräfte zwischen ihnen wirken.

Dieses Modell wurde von Physikerinnen und Physikern über Jahrzehnte immer weiter entwickelt und es ist ziemlich robust. In zahlreichen Experimenten wurde es wieder und wieder bestätigt.

Umso spannender ist es, wenn sich Widersprüche auftun und in Versuchen andere Werte gemessen werden als die Theorie vorhersagt. Denn diese Schwachstellen könnten Wege zu einer „neuen Physik“ sein, die am Ende auch Phänomene erklärt, die das Standardmodell nicht erklären kann: die Dunkle Materie zum Beispiel oder die Masse von Neutrinos.

Einen solchen Widerspruch hat jetzt ein internationales Forschungsteam am Fermi National Accelerator Laboratory (Fermilab) in Batavia im US-Staat Illinois entdeckt.

weiterlesen