Das säkulare Berlin


Berlin gilt heute als Zentrum des modernen Atheismus. Das war aber nicht immer so. Erst seit dem späten 19. Jahrhundert schufen Freidenker:innen und Humanist:innen eine säkulare Bewegung, die bis heute in der Stadt wirkt. Ihre Geschichte ist jedoch in Vergessenheit geraten. Manfred Isemeyer lässt sie in seinem Reiseführer zu neuem Leben erwachen.

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Eingang zum Friedhof Pappelallee (Berlin) Foto: ©1971markus@wikipedia.de, Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

Der amerikanische Soziologe Peter L. Berger bezeichnete Berlin einmal als „Welthauptstadt des modernen Atheismus“. Gemessen an der Einwohnerzahl unserer Stadt gehört heute nur noch weniger als ein Viertel der Einwohner:innen den beiden großen Kirchen an.

Das war nicht immer so: Die Volkszählung von 1885 erfasste für Berlin lediglich 3.419 Dissident:innen, 303 „Confessionslose“, drei Heiden und 299 Personen „unbestimmter Religion“, darunter Atheist:innen und Freidenker:innen. Seitdem aber entstand eine säkulare Bewegung, deren Ziel eine humanistische Lebenswelt jenseits christlicher Konfessionen war und ist. Die wechselvolle Historie dieser weltanschaulichen Strömungen, ihrer Organisationen und Persönlichkeiten sind weitgehend in Vergessenheit geraten.

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