Die wahren Feinde des Papstes


Seine Gegner glauben, dass sie die Kirche vor ihm schützen müssen. Die komplette Kurie arbeitet gegen Papst Franziskus. Wer seine Gegner sind und wie weit sie gehen, analysiert Vatikan-Experte Andreas Englisch in „Der Pakt gegen Papst“. Im Gespräch mit News erklärt er, wie die Glaubenskongregation dem Papst schaden wollte, eine Kirchenspaltung provozierte und was wirklich hinter dem Verbot der Segnung homosexueller Paare steht.

Susanne Zobl | News.at

Von Osterfrieden ist in diesen Tagen keine Rede im Vatikan. Der Kirchenstaat sei Schauplatz eines kalten Kriegs, schreibtPapst-Experte Andreas Englisch in seinem Buch, „Der Pakt gegen Papst“, das bei C. Bertelsmann erschienen ist.

Konservative werfen Papst Franziskus vor, dass er der Kirche mit seinen Reformen schadet, und wollen ihn zum Rücktritt zwingen. Vor wenigen Wochen brachte Franziskus dann auch seine Anhänger gegen ihn auf: Er unterstützte das Verbot der Glaubenskongregation, homosexuelle Paar zu segnen. Tausende Priester und Bischöfe weltweit kündigten an, dieses Verbot zu ignorieren. Dompfarrer Toni Faber sagte bereits in der Vorwoche im Interview mit News, dass er seine Segnungen weiterhin vornehmen werde. Kardinal Schönborn sprach von einem Kommunikationsfehler.

News erreichte Andreas Englisch in Rom zum Gespräch über die aktuelle Lage und die wahren Feinde von Papst Franziskus.

Herr Englisch, wie stark sind die Gegner von Papst Franziskus? Können sie ihn zum Rücktritt zwingen?
Es gibt durchaus Leute, die sich das vorstellen. Das Schlimme ist, dass Franziskus‘ Gegner der Meinung sind, dass sie Gott auf ihrer Seite haben. Sie glauben, dass sie die Kirche vor diesem Papst schützen müssen, dass sie im Namen von Jesus gegen diesen Papst vorgehen müssen. Man weiß nicht, wie weit die gehen werden. In diesen Wochen erleben wir einen sensationellen Kampf zwischen dem Papst und seinen Gegnern.

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