Blasphemie! Gotteslästerung von der Antike bis heute


Der Mord an dem französischen Lehrer Samuel Paty zeigt es: Die Gefahr, wegen angeblicher Blasphemie ins Fadenkreuz zu geraten, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Historiker Gerd Schwerhoff widmet dem Phänomen nun ein Buch und untersucht darin die Geschichte der Gotteslästerung.

Teresa Walter | katholisch.de

Auf offener Straße wurde der französische Lehrer Samuel Paty im Oktober 2020 in der Nähe seiner Schule ermordet, weil er zuvor Mohammad-Karikaturen im Unterricht besprochen hatte, um Redefreiheit zu thematisieren. Sein Fall ist nur einer von mehreren Vorfällen der vergangenen Jahre, die zeigen: Die Gefahr, wegen angeblicher Gotteslästerung ins Fadenkreuz zu geraten, ist gestiegen – auch in Europa. Was Blasphemie und ihre Folgen über gesellschaftliche Werte und deren Wandel aussagen, hat Historiker Gerd Schwerhoff untersucht. In seinem Buch „Verfluchte Götter. Die Geschichte der Blasphemie“ schlägt der Professor für Geschichte an der Technischen Universität Dresden den Bogen von der Antike bis in die Gegenwart.  

Dabei zeigt er: Die Blasphemie-Fälle von heute sind zwar Ausdruck interkultureller Konflikte, folgen aber häufig altbekannten Mustern. Denn Blasphemie sei „seit Urzeiten“ bekannt, sagt Schwerhoff. „Dahinter steckt ein Absolutheitsanspruchs. Die eine Religion schmäht die andere, um sich von ihr abzugrenzen.“

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