Die AfD wird immer radikaler


Auf ihrem Wahlparteitag in Dresden versucht die AfD erfolgreich, den internen Streit unter der Decke zu halten. Doch die Konflikte schwelen weiter. Der Leitartikel.

Jan Sternberg | Frankfurter Rundschau

Die AfD kann sich zurückhalten. Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl haben es die Spitzen der Rechtspartei auf dem Bundesparteitag in Dresden vermieden, ihre internen Querelen erneut auf offener Bühne auszutragen. In Kalkar Ende November hatte Parteichef Jörg Meuthen unter großem Protest davor gewarnt, sich allzu sehr dem „Querdenker“-Milieu zu nähern. In Dresden arbeitete er sich an den äußeren Feinden ab, besonders am neuen Hauptgegner, den Grünen. Die wollten den „Sozialismus“, die AfD die „Freiheit“. Der Slogan „Freiheit statt Sozialismus“ stammt von der West-CDU des Jahres 1976.

Man ist gern nostalgisch bei der AfD. Und man wäre so gern „normal“. „Selbstverharmlosung“ nennt der neurechte Vordenker Götz Kubitschek die Strategie, die „emotionale Barriere“ der Wahlberechtigten gegen eine radikale Partei wie die AfD einzureißen. Die Kampagne ist sanfter als in vorigen Wahlkämpfen. Sie spielt nicht mehr plump mit der Angst vor dem Fremden, sie fordert ein „anderes Deutschland“ nicht mehr aggressiv, sondern sehnsüchtig.

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