Massensterben durch den schwarzen Tod – wie tödlich wütete die Pest im Römischen Reich?


Die Pestwelle, die Mitte des 5. Jahrhunderts im Mittelmeerraum wütete, gilt als eine der schwersten Epidemien in Europa. Doch nun zeigen neue Studien, dass die Justinianische Pest, die nach dem Kaiser der Zeit benannt wurde, weniger Tote forderte als gedacht.

stern.de

Kaiser Justinian, Mosaik aus der Basilika des heiligen Vital von Ravenna ©Wiki / Commons

Sie gilt als eine der schwersten Epidemien, die Europa – von Norden bis nach Ägypten und den Iran – je getroffen hat. Lange galt die Pestwelle, die ab dem Mitte des 5. Jahrhunderts auf dem Kontinent wütete, als eine Zäsur. Sie soll rund die Hälfte der Bevölkerung dahingerafft haben. Auch der Kaiser selbst, Justinian, erkrankte, überlebte aber die Welle, die als Justinianische Pest in die Geschichte einging. Und lange in den Augen der Wissenschaft den Untergang des Römischen Reichs und das Ende der Antike eingeläutet habe.

Doch schon seit einigen Jahrzehnten widersprechen einige Historikern dieser Theorie. Die Einschätzungen über die Bevölkerungsverluste werden von einigen Fachleuten als „hysterisch“ eingestuft. Neben schriftlichen Überlieferungen des griechischen Schreibers Prokop und einigen Kirchengeschichten gibt es auch archäologische Funde. Nun hat ein Historikerteam des National Socio-Environmental Synthesis Center der Universität von Maryland eine neue Studie veröffentlicht. Neben den historischen Quellen wurde auch der Umlauf von Münzen, Bestattungspraktiken, Pollenproben, Inschriften und weitere Daten untersucht. „Wenn diese Pest ein entscheidender Moment in der Geschichte der Menschheit gewesen wäre, der, wie oft behauptet wird, in nur wenigen Jahren zwischen einem Drittel und der Hälfte der Bevölkerung im Mittelmeerraum das Leben gekostet hätte, müssten wir Beweise dafür haben – aber unsere Datenerhebung fand keine“, sagte Lee Mordechai, der an der Studie mitgearbeitet hat, zu „CNN.

weiterlesen