Nackte Knochen und die Vorhaut Jesu: Über die Bedeutung von Reliquien – Splatter-Kult


Seien es auf Samt gebettete Schädel oder Blut in einem kunstvoll verzierten Gefäß: Die Überreste von Heiligen als Reliquien zu verehren, gehört zum Christentum. Der religiöse Brauch hat in seiner Geschichte einige Skurrilitäten hervorgebracht.

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Martin Luther kritisierte Reliquien als „tot Ding“. Und sein Unbehagen ist gut nachvollziehbar. Denn zu seinen Lebzeiten trieb der Reliquienhandel unschöne Blüten: Fälschungen waren im Umlauf, der Handel mit Reliquien war eine reine Geschäftemacherei. Beispiele für überaus kuriose Reliquien gibt es viele: Die ägyptische Finsternis wurde einst in Säcken aufgefangen und vermarktet, im italienischen Calcata verehrten Gläubige über Jahrhunderte die heilige Vorhaut von der Beschneidung Jesu, bis sie 1983 unter ungeklärten Umständen verschwand. Doch Reliquienverehrung einfach nur als absonderliche religiöse Gewohnheit abzutun, greift zu kurz. Ein Blick in Geschichte und Theologie zeigt ihre wichtige Funktion innerhalb von Religionen – und nicht nur dem Christentum.

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