Missbrauch durch Gründer systemisch begünstigt


Ihre Bewegungen galten als Hoffnung der Kirche: Ausgerechnet die Gründer einiger Neuer Geistlicher Gemeinschaften in Frankreich haben sich als Missbrauchstäter entpuppt. Die französische Journalistin Céline Hoyeau hat die Hintergründe untersucht.

katholisch.de

Die französische Journalistin Céline Hoyeau identifiziert insbesondere systemische Komponenten, die den Gründern einiger Neuer Geistlicher Gemeinschaften in Frankreich langjährigen Missbrauch ermöglicht haben. „Sie erreichten eine Position der Allmacht, in der es ihnen möglich war, ungestraft zu missbrauchen, ohne dabei auf Gegenwehr oder wirksame kirchliche Kontrolle zu stoßen. Wenn diese Taten so lange stattfinden konnten, ohne gemeldet zu werden, ist das auch die Schuld des Systems“, sagte Hoyeau dem katholischen US-Onlineportal „Crux“ am Montag. Anlass des Interviews war ihr vor Kurzem erschienenes Buch „La Trahison des pères“ („Der Verrat der Väter“).

Der Erfolg dieser Neuen Geistlichen Bewegungen in Frankreich liege im Kontext der Zeit begründet: „Einem Kontext der Krise, der großen Erwartungen für eine katholische Erneuerung und der Abwesenheit von Kontrolle“, so Hoyeau weiter. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, in einer Zeit der zunehmenden Säkularisierung und sinkenden Berufungen, seien die Neuen Geistlichen Gemeinschaften vielen wie ein „Wundermittel“ für die Rettung der Kirche erschienen.

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