Plakatkampagne löst in Polen Angst vor Plänen für Scheidungsverbot aus


In polnischen Städten tauchen Plakate gegen Scheidungen auf. Eine Regierungskritikerin befürchtet der Start einer Kampagne zum Verbot der Auflösung von Ehen

Gabriele Lesser | DERSTANDARD

Eines der Poster, das einen Fötus in einer Gebärmutter zeigt – mit der Adresse eines der Kinderhospize.Foto: JANEK SKARZYNSKI

Die rätselhaften Großplakate tauchen zuerst in den polnischen Großstädten Warschau und Posen auf: „Mama und Papa, habt euch lieb“, steht da in krakeliger Kinderhandschrift auf Wänden mehrstöckiger Gebäude. Noch fragen sich Passanten und Autofahrer, worum es hier eigentlich geht: Scheidungskinder? Oder doch wieder heile Familie mit Mann und Frau als Eltern?

Da rollt schon die nächste Plakatwelle an. Von weitem wirken die Bilder in den leuchtenden Vitrinen der Straßenbahn- und Bushaltestellen, als werde dort ein rot verpacktes Schokoherz angepriesen. Doch bei genauem Hinsehen ist zu erkennen, dass dies eine Gebärmutter darstellen soll, in der ein Säugling bereits kopfüber auf seine Geburt wartet.

Darunter steht beispielsweise der Satz „Ich bin fünf Monate alt“ oder „Ich vertraue dir“ – und die Adresse einer Internetseite für polnische Kinderhospize.

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