Evangelikale Ideologien gehören nicht in die Schule!


Laut Recherche des WDR besteht der Verdacht, dass der Unterricht einiger freier evangelischer Bekenntnisschulen den Rahmen des Schulgesetzes in NRW deutlich verlassen hat. So sollen einige Lehrkräfte Homosexualität mit Pädophilie verglichen haben. Nicht-heterosexuelle Lebensweisen hätten die Schulen deutlich mit Verweis auf die Bibel abgelehnt und verurteilt.

LSVD NRW

Das Schulgesetz von NRW bietet Ergänzungsschulen und in Teilen auch Ersatzschulen hier eine Grauzone, die offensichtlich von einigen konfessionellen Trägern genutzt wurde, um ihre abwertenden Einstellungen gegenüber Homo- und Bisexualität im Unterricht zu platzieren.

„Es ist unvorstellbar, dass es das Schulgesetz NRW auch 2021 noch zulässt, dass einige Bekenntnisschulen ihre abwertenden Einstelllungen gegenüber Homosexualität ungeprüft im Unterricht propagieren können. Die Landesregierung muss zukünftig verhindern, dass diese Schulen diese Grauzone im Schulgesetz für sich ausnutzen. Es braucht dringend eine neue gesetzliche Regelung, die für alle Schulen in NRW gleichermaßen deutlich macht, dass LSBTI-feindlicher Unfug nichts in einem Klassenzimmer zu suchen hat. Auch die Schulaufsicht sollte stärker in die Pflicht genommen werden, die fachliche Eignung dieser Schulen kritisch zu prüfen“, erklärt Arnulf Sensenbrenner aus dem Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) NRW.

Die Regelungen zur Sexualerziehung sind an Ergänzungsschulen nicht verbindlich. Diese Schulen bleiben von der vorgeschriebenen Förderung der Akzeptanz unter allen Menschen – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität und den damit verbundenen Beziehungen und Lebensweisen – oft ausgeklammert.

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