Schweres Wasser schmeckt doch süß


Verblüffender Unterschied: Obwohl sich schweres Wasser nur in seinem Wasserstoff-Isotop Deuterium vom normalen Wasser unterscheidet, verhält es sich auch biochemisch anders, wie eine Studie enthüllt. Anders als normales H2O löst es in unseren Geschmackrezeptoren eine Reaktion aus. Dadurch schmeckt schweres Wasser nicht neutral, sondern leicht süß. Der Nachweis dieser Reaktion klärt eine schon seit fast 100 Jahren bestehende Kontroverse.

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Beim schweren Wasser ist das normale Wasserstoff-Isotop durch Deuterium ersetzt – ein Atom mit einem zusätzlichen Neutron. ©ttsz, anursorn/ Getty images

1931 entdeckte der Chemiker Harold Urey, dass das Element Wasserstoff ein schweres Isotop besitzt. Etwa eines von 6.400 in der Natur vorkommenden Wasserstoffatomen trägt ein zusätzliches Neutron im Kern und wird so zu Deuterium. Reagiert dieses Deuterium mit Sauerstoff, entsteht schweres Wasser (D2O). Obwohl dieses eine um rund zehn Prozent höhere Dichte und leicht abweichende Gefrier- und Siedepunkte besitzt, reagiert schweres Wasser aber chemisch genauso wie sein normaler Gegenpart.

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