SPD winkt EU-Kampfdrohne durch


Ab 2030 will die Luftwaffe über eine „europäische Drohne“ verfügen, die aufklären, abhören oder angreifen kann. Das Waffensystem könnte weltweit exportiert werden

Matthias Monroy | TELEPOLIS

Der Deutsche Bundestag hat heute die Entwicklung und Beschaffung der Eurodrohne auf den Weg gebracht. Zur Abstimmung stand eine sogenannte 25 Millionen-Vorlage der Regierungskoalition von CDU/ CSU und SPD im Haushaltsausschuss, auch der Verteidigungsausschuss hat dazu heute Vormittag seine Zustimmung gegeben. Erwartungsgemäß stimmten die Koalition und die AfD für den Antrag, die FDP enthielt sich, während Die Linke und Grüne dagegen waren. Damit ist der Weg frei für die Serienproduktion eines neuen unbemannten Systems, das ab 2029 an die derzeit beteiligten Staaten Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien ausgeliefert werden soll.

Die nun beschlossene Vorlage zur „Industrieunterstützung für den Anfangsflugbetrieb“ erlaubt dem Verteidigungsministerium die Unterzeichnung eines Vertrags mit der deutschen Rüstungssparte von Airbus. Der europäische Konzern übernimmt als Hauptauftragnehmer die Endmontage und arbeitet dafür mit den Firmen Dassault Aviation (Frankreich) und Leonardo (Italien) zusammen. Das Gesamtprojekt kostet mindestens 7,6 Milliarden Euro, auf Deutschland entfällt die Hälfte dieser Summe.

Einsatzbereitschaft für 2030 anvisiert

Der Vertrag der vier Regierungen mit den drei beteiligten Rüstungskonzernen garantiert die spätere Abnahme von zunächst 63 Eurodrohnen. Deutschland erhält davon mit 21 Luftfahrzeugen und zwölf Bodenstationen den größten Anteil. Italien verspricht den Kauf von 15 Drohnen, Spanien und Frankreich wollen jeweils zwölf. Zum Auftrag gehören Flugsimulatoren sowie weitere Bodenstationen für die Ausbildung der Piloten und Sensorbediener.

Weil die Bundesregierung die größte Bestellung aufgab, geht die erste Lieferung an die Bundeswehr. Die anfängliche Einsatzbereitschaft wird dort für 2030 anvisiert. Nach derzeitigem Stand werden die deutschen Eurodrohnen auf dem Luftwaffenstützpunkt Jagel zwischen Nord- und Ostsee stationiert. Hierfür wurde der Militärflugplatz umfassend umgebaut, allein 33 Millionen Euro gab das Verteidigungsministerium für eine neue Halle, Stellflächen, Arbeiten an der Landebahn und nötige Technik aus.

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