Chronik eines Klinikskandals: Betäubt und vergewaltigt


Über Monate konnte ein Arzt an der Bielefelder Uni-Klinik Frauen betäuben und anschließend vergewaltigen. Kontraste-Recherchen belegen, dass manche Taten womöglich hätten verhindert werden können.

Simone Brannahl, Lisa Wandt | tagesschau

Krankenhaus Bethel, rbb/kontraste

Carina S. litt 2019 unter häufigen Schwindelanfällen und brach ab und an zusammen. Im Juli 2019 suchte sie daher Hilfe im Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld. Dort wurde sie stationär in der Neurologie aufgenommen.

Irgendwann gegen Mitternacht, so erinnert sich Carina S., riss ein Assistenzarzt plötzlich die Tür auf und teilte ihr mit, er müsse ihr einen Venenzugang legen. Sie verlor das Bewusstsein und wachte Stunden später kurz auf – mit Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Am nächsten Morgen lag der vom Arzt gelegte Zugang auf dem Boden und Carina S. fand ein Fläschchen im Bett: Propofol stand darauf, ein Narkosemittel, das auch das Gedächtnis ausschaltet, wie sie später herausfand.

Sie meldete den Fund einer Schwester. „Es war für mich ganz klar, wenn jetzt irgendwas an dieser Situation ungewöhnlich ist oder irgendwie was passiert ist, was nicht hätte passieren dürfen, dann wird die Schwester wohl mit einem Arzt sprechen“, berichtet sie dem ARD-Politikmagazin Kontraste.

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