Forscher erzeugen chimäre Mensch-Affe-Embryonen


Aus menschlichen Stammzellen und Primatenembryonen haben Forscher chimäre Mensch-Affen-Embryonen erzeugt. Eine neue Technologie ermöglichte ihnen, die chimären Embryonen bis zu 19 Tage lang in der Petrischale am Leben zu halten, ohne sie in einen Uterus zu transplantieren. Dabei untersuchten die Forscher die Kommunikation zwischen Menschen- und Affenzellen innerhalb des Embryos. Die Fortschritte in der Chimärenforschung könnten zukünftig dabei helfen, neue Erkenntnisse zur Entwicklungsbiologie und Evolution zu gewinnen. Zusätzlich könnten Chimären mit menschlichem Anteil als Modellorganismen zur Erforschung von Krankheiten oder für Medikamententests genutzt werden. Sogar als Quelle für Spenderorgane kämen sie in Frage. All diese Ansätze werfen jedoch wichtige ethische Fragen auf.

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Diese Blastozyste ist eine Chimäre. (Bild: Weizhi Ji/ Kunming University of Science and Technology)

Um menschliche Krankheiten zu erforschen oder Medikamente für den Einsatz am Menschen zu testen, greifen Forscher in der Regel auf Tiermodelle zurück. Die Übertragbarkeit ist allerdings in vielen Fällen fragwürdig. Auf der Suche nach zuverlässigen Alternativen beschäftigen sich manche Forschungsteams unter anderem damit, inwieweit sich menschliche Stammzellen in anderen Spezies vermehren können und für weitere Untersuchungen zugänglich sind. Bislang befindet sich die Chimärenforschung in einem Frühstadium. Seit den 1970er Jahren gibt es Chimären zwischen Nagetieren, insbesondere Mäusen und Ratten. Mit dem Ziel, Spenderorgane zu züchten, gab es Versuche, menschliche Organe in Schweinen wachsen zu lassen. Doch auch abgesehen von ethischen Bedenken ist es bisher nicht gelungen, Chimären zu erstellen, die eine relevante Zahl menschlicher Zellen enthalten.

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