NRW trennt Grundschulkinder nach Religionszugehörigkeit


Ein altes Gesetz sorgt in NRW dafür, dass Grundschulkinder nach ihrer Religionszugehörigkeit getrennt werden. Nicht katholische Kinder haben oft das Nachsehen. Mit einer Petition fordern Eltern und Lehrkräfte die Umwandlung aller staatlichen Bekenntnisschulen in Gemeinschaftsgrundschulen. Sie wollen ein Ende der Diskriminierung.

Max Ehlers | MiGAZIN

Die Absage der örtlichen Grundschule traf die Bocholter Familie wie der sprichwörtliche Blitz aus heiterem Himmel: „Die von Ihnen gewünschte Aufnahme in die ***schule kann ich leider nicht aussprechen.“ In der Begründung der Schulleiterin heißt es weiter: „Als katholische Bekenntnisschule genießen Anmeldungen von Kindern mit diesem Bekenntnis Vorrang vor anderen Anmeldungen. Alle zur Verfügung stehenden Plätze werden an Schulanfänger:innen mit katholischem Bekenntnis vergeben.“ Dass katholische Kinder nicht mit den evangelischen Kindern aus dem Ort spielen durften, kennt der ein oder andere vielleicht noch aus Erzählungen der Eltern oder Großeltern. Dass die nordrhein-westfälische Landesverfassung auch heute noch vorsieht, dass städtische Grundschulen Kinder nach Konfessionen trennen, ist den wenigsten bewusst.

In Bocholt gibt es 10 städtische Grundschulen, 7 davon sind katholisch, wie auch die Mehrheit der Bevölkerung. Für Kinder, die nicht katholisch sind, kann das wie im oben beschriebenen Fall bedeuten, dass sie nicht mit ihren Freund:innen aus dem Kindergarten in die Grundschule vor Ort gehen können. Stattdessen müssen ihre Eltern sie zur Grundschule in einen anderen Ortsteil Bocholts fahren. Die erste Begegnung mit der Schule lehrt diese Kinder, dass sie anders sind: Weil sie bekenntnislos, evangelisch oder muslimisch sind.

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