Warum die Reformation nach dem Wormser Reichstag nicht zu stoppen war

Luther vor dem Reichstag in Worms. Anton Werner, 1877. Bild: wikipedia.org/PD/Gemeinfrei

Martin Luthers Begegnung mit Kaiser Karl V. vor 500 Jahren in Worms gilt als Schlüsselmoment der Kirchengeschichte. Die berühmte Verteidigungsrede des Reformators trug entscheidend dazu bei, dass seine Ideen sich immer weiter ausbreiten konnten.

Karsten Packeiser | katholisch.de

Unzählige Schaulustige strömten auf die Straßen der Stadt Worms, als am 16. April 1521 ein von Reitern begleiteter Pferdewagen durch das Stadttor rumpelte. Nach einer beschwerlichen, zweiwöchigen Reise aus Wittenberg war der Theologie-Professor Martin Luther am Ziel: Wegen seiner provokanten Kritik an den Zuständen in der Kirche hatte er eine Vorladung zum Wormser Reichstag erhalten. Er sollte dort seine Thesen widerrufen. Die Ereignisse der kommenden Tage wurden zum Wendepunkt für die Kirchengeschichte – denn Luther blieb standhaft, widerrief nicht und die Reformation nahm ihren Lauf.

Dabei sei das Treffen mit dem Kaiser ganz anders verlaufen als es der Reformator erwartet habe, sagt der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann von der Universität Göttingen, der als einer der besten deutschen Luther-Experten gilt: „Er hat die Vorladung nach Worms als Möglichkeit zur Disputation verstanden.“ Doch eine ernsthafte Debatte hatte der junge Kaiser Karl V. zu keinem Zeitpunkt auch nur erwogen.

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