BDKJ-Chefin: Kirchlich engagierte Frauen werden zunehmend hinterfragt


Wie kann man als emanzipierte Frau noch in der Kirche sein? Mit dieser Frage werden junge Katholikinnen aus den Verbänden immer öfter konfrontiert, sagt Lisi Maier. Im katholisch.de-Interview erklärt die BDKJ-Bundesvorsitzende, warum viele dennoch bleiben – und weiter auf Veränderungen hoffen.

Matthias Altmann | katholisch.de

An diesem Wochenende treffen sich 60 junge Frauen aus dem Mitgliedsverbänden zur jährlichen Bundesfrauenkonferenz des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – in Corona-Zeiten selbstverständlich online. Dabei werden die Anträge an die BDKJ-Hauptversammlung aus mädchen- und frauenpolitischer Sicht beraten, Beschlüsse im Feld der Mädchen- und Frauenpolitik gefasst – und aktuelle kirchenpolitische Themen besprochen. Katholisch.de sprach im Vorfeld mit der BDKJ-Bundesvorsitzenden Lisi Maier, die in dieser Funktion auch Präsidiumsmitglied der Bundesfrauenkonferenz ist.

Frage: Frau Maier, die Bundesfrauenkonferenz des BDKJ betrachtet aktuelle Themen aus Kirche und Gesellschaft nochmal besonders mit der „weiblichen“ Brille. Was sind Themen, die zurzeit am brennendsten sind?

Maier: Das sind zunächst einmal alle Fragen, die mit der Corona-Pandemie zu tun haben. Gerade im Blick auf Mädchen- und Frauenrechte gibt es in der Gesellschaft aktuell einen sehr starken Role-back. Auch bei der häuslichen Gewalt haben die Zahlen enorm zugenommen, nicht nur in Deutschland, sondern europa- und weltweit. Das ist ein großes Problem, das angegangen werden muss. Da gilt es auch in die Politik und die Gesellschaft hinein Forderungen zu formulieren. Wir werden uns ganz besonders mit dem Hass im Internet auseinandersetzen. Alle Erhebungen weisen nämlich darauf hin, dass Frauen und Mädchen viel stärker von Hatespeech betroffen sind als Männer.

Frage: Wie sieht der Einsatz jenseits von Positionspapieren und Beschlüssen aus?

Maier: Im Hinblick auf die Gewalt gegenüber Frauen bringen wir uns auch in andere verbandliche Bündnisse ein, zum Beispiel in den Deutschen Frauenrat und mit den katholischen Frauenverbänden, wo auch Beratungsstellen und weitere Organisationen, die mit Betroffenen zusammenarbeiten, mit im Boot sind. Wir treten zum Beispiel auch intensiv dafür ein, dass es mehr Frauenhausplätze geben soll.

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