Flüchtlinge in Griechenland: Anerkennen oder abschieben?

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Mehr als 11.000 in Griechenland anerkannte Flüchtlinge sind seit Ende 2019 nach Deutschland weitergereist, um erneut um Asyl zu bitten. Dürfen sie bleiben? Das müssen die Behörden nun entscheiden.

Anja Miller, Isabel Schayani | tagesschau

Flüchtlinge aus Afghanistan in Athen. Orestis Panagiotou EPA/EFE/Shutt

Zwei Winter lang hat Familie Rezaie [Name von der Redaktion geändert] mit ihren vier Kindern in einem Zelt in Europas größtem Flüchtlingslager Moria gelebt. Auch den Brand hat die afghanische Familie überstanden. Die Mutter versuchte zwei Mal, sich das Leben zu nehmen. Anfang April konnten sie dann das Lager verlassen und kamen mit dem Schiff nach Athen. Im Gepäck hatten sie die Anerkennung als Flüchtlinge und einen Reisepass.

In Athen, wo etwa 40.000 Flüchtlinge und Asylsuchende leben, wussten sie nicht wohin, denn schon lange bekamen sie kein Geld mehr, und in eines der 33 oft überfüllten Lager im Land durften sie nicht. Das geht den meisten Ankommenden so. Sie beschlossen, nach Deutschland zu fliegen.  

Sie liehen sich Geld und kamen mit 200 Euro in der Tasche in der Bundesrepublik an. In ihrer Maschine waren etwa 40 anerkannte Schutzsuchende, die alle Griechenland hinter sich lassen wollten, um dorthin zu fliegen, wo es viele hinzieht – alle mit Reisepass und Anerkennung in der Tasche. „Ich habe eineinhalb Jahre am dreckigsten Ort der Welt gelebt. Jetzt habe ich eine Anerkennung. Warum sollte ich nicht gehen? Ich bin gezwungen, zu gehen“, sagt der Vater kurz vor dem Abflug.

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