Berlin als Dreh­scheibe für Sch­leuser


Weniger Straftaten aus dem Rockermillieu, dafür mehr Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt: Menschen würden aus dem Ausland nach Berlin gebracht, um dort zu Dumping-Löhnen zu arbeiten, heißt es im Lagebericht der StA Berlin.

Dr. Franziska Kring | Legal Tribune Online

Die Staatsanwaltschaft (StA) Berlin hat am Montag den Lagebericht zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität in der Hauptstadt vorgestellt. Der Bericht bezieht sich auf die Jahre 2018 bis 2020.

Justizsenator Dr. Dirk Behrendt hob dabei die Ermittlungen im sogenannten EncroChat-Komplex hervor. Im Bereich der organisierten Kriminalität würden häufig Mobiltelefone vom Krypto-Handy-Anbieter EncroChat genutzt, da die Verschlüsselung als besonders sicher gilt. Europol-Ermittlern war es allerdings erstmals gelungen, EncroChat zu hacken und die Chatverläufe einer Vielzahl von Nutzern mitzuschneiden. Die Verwertbarkeit dieser Daten ist indes nicht unumstritten. Die Oberlandesgerichte (OLG) Hamburg, Bremen und Rostock hatten sich bislang aber für die Verwertbarkeit der Beweise ausgesprochen.

Bei den Krypto-Handys gehe es nicht um eine Art von neuen Straftaten, sondern darum, dass Delikte aus dem Dunkelfeld ins Lichte der Ermittlungsbehörden rücken, so Jörg Raupach, Leiter der StA Berlin. Ohne den Zugriff auf die Chatverläufe hätte man die so aufgedeckten Straftaten wohl nie aufklären können, so Raupach weiter.

weiterlesen