Madrid: „Unerträglich, furchtbar“ – Videos zeigen schockierende Tierquälerei in Labor


In einem Forschungslabor in Madrid wurden Tiere auf grausame Weise gequält. Das belegen Videoaufnahmen. Nicht nur Tierschutzorganisationen äußern sich entsetzt.

Martin Dahms | Frankfurter Rundschau

Auch in Deutschland gibt es immer wieder Proteste gegen Tierversuche, wie hier im September 2020 in Hamburg. ©imago images/Eventpress

Wer die Bilder gesehen hat, möchte sie kein zweites Mal anschauen. Zum Beispiel Lluís Montoliu vom spanischen Centro Nacional de Biotecnología. „Ich habe mir das Video angeschaut“, sagt der Wissenschaftler. „Ich finde es unerträglich, ganz furchtbar.“ Und er sei über das, was er dort zu sehen bekommen hat, sehr überrascht. „Ich wiederhole es immer wieder: Das ist nicht der Normalfall.“

Es sind Bilder aus einem Madrider Tierversuchslabor, die Montoliu verstören. Die britische Tierschutzorganisation Cruelty Free International hat sie vor einigen Tagen veröffentlicht. Das knapp neun Minuten lange Video ist schwer verdaulich. Es zeigt Laboranten, die ihnen anvertraute Tiere – Mäuse, Hamster, Kaninchen, Hunde, Schweine, Makaken – behandeln wie manche wütenden Kinder ihr Spielzeug: Verächtlich, herzlos, brutal. „Ist egal, wenn es sich das Rückgrat bricht“, sagt einer über ein Kaninchen. Ein zweiter schwingt eine Maus an ihrem Schwanz durch die Luft. Andere Szenen sind noch deutlich grausamer.

Tierquälerei in Madrid: Arbeiter scheinen nicht das Gefühl zu haben, etwas Verwerfliches zu tun

Die Bilder machen nicht den Eindruck, als seien sie heimlich aufgenommen worden. Die Arbeiter scheinen nicht das Gefühl zu haben, etwas Verwerfliches zu tun. Gefilmt wurden sie von einer Kollegin, berichtet der spanische Anwalt Carlos Contreras, der Cruelty Free International vor der Veröffentlichung der Aufnahmen juristisch beriet. Die Mitarbeiterin, die von 2018 bis 2020 in dem Labor beschäftigt gewesen sei, habe die Unternehmensleitung über die Missstände informiert, sei dort aber auf taube Ohren gestoßen, erklärte Contreras der Tageszeitung „El País“.

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