„Alles dicht machen“ ist so schäbig, dass es weh tut


Prominente deutsche Schauspieler verhöhnen Corona-Maßnahmen. Gegenvorschläge haben sie keine. Dabei begehen sie einen gefährlichen Logikfehler. Ein Kommentar.

Sebastian Leber | DER TAGESSPIEGEL

Auch Tatort-Schauspielerin Ulrike Folkerts beteiligte sich an der verunglückten Netz-Kampagne #allesdichtmachen.Foto: Uwe Anspach/dpa

Diese Videos überraschen: Mehrere dutzend prominente Schauspieler:innen wie Heike Makatsch, Jan Josef Liefers und Ulrike Folkerts machen sich über die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus lustig. Die Statements, die am späten Donnerstagabend unter dem Hashtag #allesdichtmachen veröffentlicht wurden, strotzen vor Hohn und Zynismus. Was sie allerdings nicht enthalten: Vorschläge, wie man die Bevölkerung stattdessen vor dem Virus schützen könnte.

80.000 Menschen sind allein in Deutschland an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung verstorben, viele weitere werden leider folgen. Über diese Toten, auch über die Langzeitgeschädigten, wird in den Videos kein Wort verloren. Dafür ätzt Heike Makatsch etwa darüber, dass man in der Pandemie angeblich nicht mal mehr Paketboten und Pizzalieferanten die Tür öffnen solle. Das ist natürlich Unsinn, doch Heike Makatsch suggeriert, Maßnahmen-Befürworter strebten genau dies an.

weiterlesen