Der Witz und sein mordsmächtiger Gegner


Was kann Satire, worauf zielt sie? Vor allem darf sie nicht wehleidig sein. Über die Schwierigkeit guter Corona-Witze und die Protestaktion #allesdichtmachen.

Christiane Peitz | DER TAGESSPIEGEL

Jan Josef Liefers, Nadja Uhl, Ulrich Tukur und andere an der Protestaktion #allesdichtmachen beteiligte Schauspieler:innenFoto: dpa

Was kann, was darf Satire? Ob Hitler-Komödien, Erdogan- Schmähung, Mohammed-Karikaturen oder ein blöder Witz von Annegret Kramp-Karrenbauer über Toiletten für das dritte Geschlecht, die Aufregung ist jedes Mal groß. Und jedes Mal wird sortiert, zwischen Chefwitzen, Opferwitzen, Kinderwitzen undsoweiter.

Der Witz kratzt immer an Autoritäten, ist eine Waffe der Ohnmächtigen gegen die Mächtigen, manchmal auch gegen die Autorität der Moral und der Correctness. Er folgt der Dramaturgie der Entwaffnung im Märchen von „Des Kaisers neue Kleider“.

Der Kabarettist Florian Schroeder hatte diese Entlarvungsspiel letzten Sommer auf einer Querdenker-Kundgebung gespielt. Vor einem sich mächtig einigen Alu-Hüte-Publikum hatte er die Minderheitenposition der Vernunft behauptet und für Verunsicherung beim querdenkenden Publikum gesorgt, indem er ihm den Spiegel vorhielt.

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