Missbrauchsbetroffene kritisiert evangelische Kirche


Auch in der evangelischen Kirche gibt es Auseinandersetzungen um die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen. Betroffenenvertreterin Katharina Kracht kritisiert die Landeskirchen: Momentan sei „nicht einmal die Spitze des Eisberges“ bekannt.

katholisch.de

Eine Angehörige des Betroffenenbeirats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Katharina Kracht, hat ihre Kritik an der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in evangelischen Landeskirchen erneuert. Die öffentlich genannte Zahl von 900 dokumentierten Missbrauchsfällen sei „nicht einmal die Spitze des Eisberges“, sagte Kracht der „Kölnischen/Bonner Rundschau“ (Samstag).

Über ihre eigenen Missbrauchserfahrungen sagte sie, der betreffende Pfarrer habe systematisch sexuelle Beziehungen zu minderjährigen Mädchen gesucht. In einer früheren Einsatzgemeinde hätten Kirchenvorsteherinnen „nur abgewiegelt“, als sich Betroffene an sie gewendet hätten. In ihrer ehemaligen Gemeinde sei das Verhalten des Pfarrers bekannt gewesen, er sei lediglich nach zehn Jahren nicht im Amt bestätigt worden.

weiterlesen