Warum der Prinz den Mullahs die Hand reicht


Saudi-Arabien und der Iran sind seit Langem Erzfeinde. Doch jetzt kommt Kronprinz bin Salman dem Rivalen entgegen. Was steckt hinter dem Kurswechsel?

Thomas Seibert, Christian Böhme | DER TAGESSPIEGEL

Kronprinz Mohammed bin Salman leitete einen möglichen Kurswechsel in der Iran-Politik in einem Fernsehinterview ein.Foto: Bandar Algaloud/Courtesy of Saudi Royal Court/Reuters

Seit der islamischen Revolution und den Sturz des Schahs vor mehr als 40 Jahren sind der Iran und Saudi-Arabien Todfeinde. Sie ringen um die Vorherrschaft in der islamischen Welt und liefern sich Stellvertreterkriege. Gemessen an dem iranischen Revolutionsführer Ali Chamenei sei selbst Adolf Hitler ein Waisenknabe gewesen, sagte der saudische Thronfolger Mohammed bin Salman einmal.

Doch jetzt entdeckt Salman plötzlich Sympathien für den Rivalen am Golf. Er wolle gute Beziehungen zu Teheran und wünsche sich einen wohlhabenden Nachbarn, sagte er im saudischen Fernsehen. Der Sinneswandel hat einen Grund: Die Aussicht auf einen Rückzug der Schutzmacht USA aus Nahost zwingt den Kronprinzen zum Kurswechsel.

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