Gegen Verherrlichung der Irrationalität: Wissenschaftshistoriker Gerald Holton ausgezeichnet


Wien aufgewachsener, von den Nazis vertriebener Forscher wird für „bahnbrechende Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ geehrt

DERSTANDARD

Foto: Peter Illetschko

Der US-Wissenschaftshistoriker Gerald Holton (98) erhält den BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award 2021 in der Kategorie Geisteswissenschaften. Der in Wien aufgewachsene, von den Nazis vertriebene Forscher bekommt den mit 400.000 Euro dotierten Preis für „bahnbrechende Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, in denen er besondere Sensibilität für kulturelle, philosophische, soziologische und geschlechtsspezifische Zusammenhänge gezeigt hat“.

Holton, Professor für Physik und Wissenschaftsgeschichte an der Harvard University (USA), habe „eine fundierte Analyse des komplexen Phänomens der Wissenschaftsfeindlichkeit und ihrer Rolle im Totalitarismus“ entwickelt, heißt es seitens der preisvergebenden Stiftung der spanischen Bank BBVA, die die Auszeichnung in acht Kategorien vergibt. Der Historiker wird auch für „seine innovativen Beiträge zur wissenschaftlichen Bildung, seine entscheidende Rolle bei der Bewahrung von Albert Einsteins dokumentarischem Nachlass und seine Studien über das Schicksal von Kindern, die aus Nazi-Deutschland fliehen mussten“, geehrt.

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