Ärztetag hebt Verbot ärztlicher Suizidbeihilfe auf


Der Deutsche Ärztetag hat das berufsrechtliche Verbot ärztlicher Suizidhilfe aufgehoben.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Ein Krebspatient im Palliativzentrum der Uniklinik Köln (imago / epd / Joern Neumann)

Die Delegierten der Bundesärztekammer reagierten damit auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020. Bislang steht in der bundesweiten Musterberufsordnung der Satz „Der Arzt darf keine Hilfe zur Selbsttötung leisten“. Diese Formulierung wird nun nach dem Beschluss der Online-Versammlung gestrichen.

In dem mit großer Mehrheit angenommenen Antrag heißt es, zwar sei ärztliches Handeln von einer lebens- und gesundheitsorientierten Zielrichtung geprägt. Doh solle mit der Änderung klargestellt werden, dass die Gewissensentscheidung jener Ärzte, die Suizidbeihilfe leisten wollten, geachtet werde und keine berufsrechtlichen Konsequenzen habe.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar 2020 ein „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“ festgestellt, das auch die freiwillige Hilfe Dritter bei einem Suizid mit einschließe. Das Urteil hatte sich jedoch auf einen Paragrafen des Strafgesetzbuches bezogen und nicht auf das ärztliche Berufsrecht.