Berliner Kentler-Experiment wird bundesweit aufgearbeitet


Helmut Kentler ließ Kinder und Jugendliche von Jugendämtern an Pädosexuelle vermitteln. Spuren führen auch nach Westdeutschland. Das wird nun untersucht.

Frank Bachner | DER TAGESSPIEGEL

Beim Kentler-Experiment sind Kinder und Jugendliche missbraucht worden (Symbolbild).iimago images/imagebroker

Die Folgen des berüchtigten Kentler-Experiments, bei dem seit den 1970er Jahren über Jahrzehnte hinweg, Kinder und Jugendliche von Pädosexuellen vor allem in Berlin missbraucht wurden, werden nun auch bundesweit aufgearbeitet.

Dies hat die Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) nach Angaben der Senatsbildungsverwaltung am Donnerstag auf Antrag des Landes Berlin beschlossen. Die Bundesländer werden dabei gebeten, eine bundesweite und unabhängige Untersuchung zu unterstützen.

Bei dem Experiment des damals renommierten Sozialpädagogen und Sexualwissenschaftlers Helmut Kentler sind Kinder und Jugendliche aus sozial prekären Verhältnissen in Berlin von Jugendämtern gezielt an pädosexuelle Männer zur Pflege vermittelt worden. Nach Kentlers Ansicht seien diese Männer besonders geeignet gewesen, sich um die Kinder und Jugendlichen zu kümmern. Sexuelle Kontakte der Männer mit ihren Pflegekindern nahm er in Kauf.

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