Wie unnatürlich ist Inzucht?


Mythos der Evolutionsbiologie: Nach gängiger Lehrmeinung vermeiden die meisten Tiere instinktiv eine Inzucht – die Paarung mit engen Verwandten. Doch eine Metaanalyse weckt nun Zweifel an diesem vermeintlich natürlichen Tabu. Denn bei 88 Tierarten von der Fliege bis zum Schimpansen fand das Team keine eindeutigen Hinweise auf eine solche Inzuchtvermeidung – dafür aber ein deutliches Ungleichgewicht der Publikationen.

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Wölfen ist es egal, ob ihr Paarungspartner mit ihnen verwandt ist oder nicht. ©Eric Dufour/ Mostphotos

Die Paarung zwischen Geschwistern und anderen engen Verwandten ist in vielen menschlichen Gesellschaften tabu. Erklärt wird dies meist mit einer instinktiven Abneigung gegen Inzucht, die ihre Wurzeln schon im Tierreich haben soll. Denn gängiger Lehrmeinung nach führt die Inzucht zur genetischen Verarmung, kann Erbkrankheiten begünstigen und damit die biologische Fitness der Nachkommen verringern. Tatsächlich gibt es einige Tierarten, die nahe Verwandte am Geruch, den Lauten oder anderen Merkmalen erkennen und gezielt eine Paarung mit ihnen vermeiden.

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