Zelle mit künstlichem Erbgut teilt sich erstmals wie natürliche Zellen


Vor fünf Jahren erschuf Craig Venter die erste künstliche Zelle. Nun gelang Forschern der Durchbruch: die erste vollsynthetische Zelle vermehrt sich.

Jo Schilling | heise online

Arbeit mit Bakterien. (Bild: Michael Schiffer / Unsplash)

Will man künstliches Leben erschaffen, steht zunächst die Frage im Raum: Was ist für echtes Leben unbedingt nötig? 2016 versuchte Craig Venter, Pionier der Genforschung und der erste, der das menschliche Genom entschlüsselte, einen künstlichen Organismus zum Leben zu erwecken. Er wurde gerade einmal durch 473 Gene codiert – ein sogenannter Minimalorganismus. Zum Vergleich: Der Biowissenschaftler liebstes Versuchsobjekt, das Darmbakterium Escherichia coli trägt über 4000 Gene in sich; eine menschliche Zelle wird von etwa 30000 Genen codiert.

Der Minimalorganismus mit der Bezeichnung JCVI-syn3.0 basierte auf einem Mycoplasma-Bakterium. Zunächst schien der Versuch, echtes Leben zu erzeugen geglückt – die Zellen teilten sich. Allerdings teilten sie sich nicht in identische Kopien, sondern nur irgendwie und waren damit nicht in der Lage, sich zu vermehren.

weiterlesen