Erdogans geplanter Kanal in Istanbul bringt Bauern und Fischer auf


Mit dem „Kanal Istanbul“ will die türkische Regierung das Schwarze mit dem Marmarameer verbinden. Kann Widerstand gegen das Milliarden-Projekt etwas bewirken?

Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Den Verkehr auf dem Bosporus reduzieren – das verspricht sich die türkische Regierung vom neuen Kanal.Foto: Burak Kara/Getty Images

In Baklali duftet es nach Büffelmist und Frühling – aber nicht mehr lange, so heißt es im Dorfgasthof. Bald werde es hier keine Büffel mehr geben, kein hundertjähriges Dorf und keine Bauern, prophezeien die Bewohner, die im Lokal zusammensitzen und Tee trinken.

Das neue Mega-Projekt von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan soll hier gebaut werden, der Kanal Istanbul. Unmittelbar an Baklali vorbei soll der Kanal führen und von neuen Satellitenstädten für Istanbul gesäumt werden. So viel können sich die Bauern aus den Äußerungen der Regierung zusammenreimen. Was dann aus ihnen und ihrem Dorf werden soll, hat ihnen allerdings noch niemand gesagt.

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