Neonazis in Sachsen: Unwillkommener Zuzug


Eine neue Broschüre dokumentiert den zunehmenden Zuzug der rechten Szene nach Sachsen. Chemnitz ist ein Anker.

Jessica Ramczik | taz

Rechtsextreme Demonstranten in Chemnitz im Mai 2021 Foto: Sebastian Willnow/dpa

Grit Hanneforth nennt es ein flächendeckendes Problem. Die Rede ist von Sachsen und seinen zunehmenden Ansiedlungen von Projekten der rechten Szene in nahezu allen Landkreisen des Freistaates. Hanneforth weiß, wovon sie spricht. Als Geschäftsführerin des Kulturbüros Sachsen ist sie bereits seit mehreren Jahren an der Veröffentlichung der Broschüre „Sachsen rechts unten“ beteiligt. Am Freitag legte das Kulturbüro die aktuelle Ausgabe der jährlich neu erscheinenden Broschüre vor.

Es sind insgesamt über 81 Immobilien, die in Sachsen von der rechten Szene genutzt werden. Die rechte Initiative „Zusammenrücken“ rund um den Neonazi Michael Brück konzentriert sich auf Sachsen. Grund für den Zuzug sei größere Offenheit gegenüber rechten Positionen seitens der sächsischen Bevölkerung, hatte Brück erklärt.

Gerade in Chemnitz ist die rechte Szene durch das Kaufen und Bewirtschaften von Immobilien in Erscheinung getreten. „Die Stadt ist aus der Sicht der rechten Szene der ideale Ort für die Neugründung rechter Projekte“, sagt Steven Seiffert, Mitarbeiter des Kulturbüros Sachen.

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