Schottland: Absolute Mehrheit für Unabhängigkeit steht – Boris Johnson kein „Lehensherr“

Sturgeon and British Prime Minister Boris Johnson in Edinburgh on 29 July 2019. Image: Twitter @10DowningStreet

Nach der Parlamentswahl in Schottland sieht Regierungschefin Nicola Sturgeon das Land auf dem Weg in die Unabgängigkeit. Es scheint nur eine Frage des Zeitpunktes.

Daniel Dillmann | Frankfurter Rundschau

Nicola Sturgeon und die SNP wollen nach dem Sieg bei der Parlamentswahl in Schottland die Unabhängigkeit.©ANDY BUCHANAN/AFP

Nach einem klaren Erfolg bei der Parlamentswahl in Schottland drängen die Nationalisten auf eine neue Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit von Großbritannien. Regierungschefin Nicola Sturgeon lieferte sich am Sonntag mit der Regierung in London ein emotionales Fernduell über die Deutungshoheit. Als Termin für ein neues Referendum ist 2022 im Gespräch. Damit verbunden wäre auch die Frage, ob Schottland in die Europäische Union zurückkehrt – ohne die anderen Landesteile des Vereinigten Königreichs. Ein Referendum sei eine Frage des Wann, nicht des Ob, soll Sturgeon nach Angaben ihres Büros im Gespräch mit Boris Johnson gesagt haben.

Notfalls werde Sturgeon vor Gericht ziehen. Ohne Zustimmung aus London wäre ein Referendum nach Ansicht der meisten Experten nicht rechtens. Sturgeon sagte weiter: „Die einzigen Menschen, die über die Zukunft Schottlands entscheiden können, sind die Schotten.“ Wenn London diesen Willen blockiere, handele es sich beim Vereinigten Königreich nicht mehr um eine Union aus Zustimmung, sondern aus Zwang. Ihr Vize John Swinney assistierte: „Boris Johnson ist nicht irgendeine Art Lehensherr von Schottland.“

weiterlesen