Katholische Kirche: Nicht hilfreich


Gott will es: Auf gleichgeschlechtlichen Partnerschaften kann kein Segen liegen. Doch wer will wissen, was Gott will?

Daniel Deckers | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Seit den Tagen des Noah (1 Mose 9) gilt der Regenbogen als Zeichen des Bundes Gottes mit den Menschen. Szene aus einem Open-Air-Segnungsgottesdienst für Liebende vor der Kirche Christi Auferstehung am vergangenen Sonntag in Köln. Bild: dpa

Wer sich noch immer einen Eindruck dessen verschaffen will, was das Lehramt der katholischen Kirche über menschliche Sexualität denkt, dem sei eine „Antwort auf eine Frage“ empfohlen, die vor wenigen Wochen mit dem Segen von Papst Franziskus das Licht der Welt erblickt hat. Erste Prämisse: Die Pläne Gottes sind der Schöpfung eingeschrieben und in Jesus Christus vollständig offenbart. Zweite Prämisse: Sexuelle Praktiken sind nur insofern sittlich gut, als sie sich innerhalb einer Ehe als einer unauflöslichen Verbindung von Mann und Frau abspielen, die an sich für die Weitergabe des Lebens offen sein muss.

Wer mehr wissen möchte, muss nur noch die Regeln des logischen Schließens anwenden. Jede vor- oder außereheliche Form der Sexualität ist ebenso widernatürlich wie jede Form der Empfängnisverhütung. Die Forderung ist daher sinnlos, die eine oder andere sexuelle Handlung, gar eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft, mit Blick auf rechtfertigende Umstände nicht rundheraus zu verdammen. Die Kirche, so der finale Syllogismus, kann nicht etwas gutheißen (bene dicere – benedictio – Segen), was in sich schlecht ist.

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