Corona: Ansteckungsgefahr für Pendler im öffentlichen Nahverkehr nicht grösser als im Privatauto


Berliner Forscher haben Sars-Cov-2-Infektionen bei regelmässigen Nutzern von Bus und Bahn mit jenen bei Autofahrern oder Spaziergängern verglichen. Die Schutzkonzepte im Nahverkehr wirken offenbar.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Menschen warten auf einem Bahnsteig in Berlin – pandemiegerecht mit Maske. Diese sowie andere Schutzmassnahmen machen Bahnfahren auch in Corona-Zeiten erwiesenermassen sicher. Fabrizio Bensch / Reuters

Der Bus oder der S-Bahn-Waggon ist zwar nur halb voll, und alle tragen eine Maske, dennoch fühlen sich viele Pendler unwohl. Dann niest auch noch jemand. Arbeitet die Klimaanlage gut genug? Oder schwirrt mich jetzt heute doch das fiese Coronavirus an? Das fragen sich jeden Morgen Tausende Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zu anderen Zielen. Für sie alle hat eine Forschergruppe der Berliner Charité nun eine beruhigende Nachricht: Pendeln in Bus oder Bahn birgt kein höheres Infektionsrisiko als eine Fahrt mit dem Auto oder dem Velo.

Die Wissenschafter haben im Februar und im März dieses Jahres fünf Wochen lang das Verhalten von über 650 Pendlern mithilfe von Tests sowie selbst geführten Tagebüchern ausgewertet. Die Probanden waren zwischen 16 und 65 Jahre alt und an jedem Werktag mindestens 15 Minuten im Rhein-Main-Gebiet unterwegs. Ungefähr die Hälfte fuhr öffentlich mit Bus oder Bahn (ÖV-Gruppe), die andere benutzte ein Auto, das Fahrrad oder die eigenen Füsse (Kontrollgruppe).

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