Dubiose Spenden vor Sturm auf Kapitol: Bayer AG zieht sich zurück


Der Chemiekonzern sponserte einen Verband, der zur Pro-Trump-Demo vor dem Sturm aufs Kapitol aufgerufen hatte. Nun stoppt er die Finanzierung.

Jost Maurin | taz

Spenden gestoppt: Hauptverwaltung der Bayer AG im Chempark Leverkusen Foto: Hans Blossey/imago

Der Chemiekonzern Bayer stoppt seine Spenden für eine Gruppe, die zu der Demonstration vor der Erstürmung des US-Kapitols am 6. Januar aufgerufen hatte. „In Zukunft kein Sponsoring mehr für die Republican Attorneys General Association (Raga) durch Bayer in den USA“, twitterte das Leverkusener Unternehmen dieser Tage. Dem Verband der republikanischen Generalstaatsanwälte fehle „eine kritische Aufarbeitung“ der Rolle, die seine Unterorganisation „Fonds zur Verteidigung des Rechtsstaats“ beim Sturm auf das Parlament durch Anhänger des damaligen US-Präsidenten Donald Trump gespielt habe.

Damit reagiert der Konzern auf einen Bericht der taz von Mitte Januar, wonach Monsanto – die US-Saatgut- und Pestizidtochterfirma von Bayer – im vergangenen Jahr 50.000 US-Dollar an Raga gespendet hatte. Auch die Telekom-Tochter T-Mobile USA ließ der Organisation 15.000 Dollar zukommen. Das zeigen der taz vorliegende Dokumente der Bundessteuerbehörde IRS. Laut einer Auswertung der Daten, die die Investigativ-Website Documented für die taz vorgenommen hat, hat Monsanto der Gruppe seit 2014 insgesamt rund 466.000 Dollar gespendet, von T-Mobile kamen 200.000 Dollar.

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