Grönland: Unterm Eis ein Schatz


Vor 300 Jahren wurde Grönland Kolonie – und seitdem weitgehend in Ruhe gelassen. Nun legt das schmelzende Eis Schätze frei. Und plötzlich interessieren sich alle für das Eiland – nicht nur Trump.

Kai Strittmatter | Süddeutsche Zeitung

Auslaufende Gletscher kalben Eisberge in die Gewässer des Mogens-Heinesen-Fjords, Südostgrönland.(Foto: Benoit Lecavalier/picture alliance/dpa)

Sie ist die größte Insel der Welt und birgt unter ihrem Eis wohl gewaltige Schätze, und dennoch war Grönland die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte ein von der Welt vergessener Flecken. Das änderte sich zum ersten Mal gegen Ende des ersten Jahrtausends, als unter anderen auch Erik der Rote sich mit einem Haufen Wikinger von Island aus aufmachte, auf Grönland Siedlungen zu errichten. Von seinen Nachfahren hörte man bald nichts mehr, und es dauerte mehr als 700 weitere Jahre, bis dem dänisch-norwegischen Priester Hans Egede die alten Legenden in die Hand fielen. Egede wollte sich aufmachen in dieses sagenhafte Land, die Urenkel der ersten Siedler aufspüren und ihnen das Evangelium predigen.

Mit Erlaubnis des dänischen Königs Frederik IV. stach Hans Egede in See, zusammen mit seiner Familie und 40 Begleitern. Das war am 12. Mai 1721, vor genau 300 Jahren. Es war der Beginn der Kolonialisierung Grönlands durch Dänemark.

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