Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis: Abgekanzelt


Ein Jugendbuch wird von der Jury zum Gewinner eines katholischen Preises gekürt. Dann legt die Bischofskonferenz ihr Veto ein. Warum?

Kathleen Hildebrand | Süddeutsche Zeitung

Mit 16 glücklich sein, geht das? Eine Illustration aus „Papierklavier“ von Elisabeth Steinkellner und Anna Gusella.
(Foto: Steinkellner/Gusella/Beltz und Gelberg)

Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis wird in diesem Jahr nicht vergeben. Diese lapidare Nachricht kam schon am 6. April in einer Pressemitteilung auf die Website der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Dass dahinter eine Geschichte stecken könnte, die mitten in die Debatte führt, die gerade die katholische Kirche erschüttert, ist aber erst in dieser Woche klar geworden.

Die offizielle Version geht so: Die zehnköpfige Jury, der der Trierer Weihbischof Robert Brahm vorsteht und in der Theologieprofessoren, Literaturwissenschaftlerinnen und Pädagogen sitzen, hatte sich aus 171 Einsendungen von 61 Verlagen für ein Buch entschieden: „Papierklavier“ von der österreichischen Autorin Elisabeth Steinkellner sollte den Preis bekommen. Das fiktionale Tagebuch einer 16-Jährigen, die mit Tod, Armut und den üblichen Leiden einer Pubertierenden, also auch der Sexualität, zu tun hat. Illustriert hat es Anna Gusella. 15 weitere Titel kamen auf die Empfehlungsliste.

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