Polizei stoppt anti-israelischen Demonstrationszug in Gelsenkirchen


Vor dem Hintergrund des eskalierenden Nahostkonflikts ist in Gelsenkirchen am Abend eine unangemeldete Demonstration von der Polizei aufgelöst worden.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Die Polizei löst eine anti-israelische Demonstration in Gelsenkirchen auf. (Screenshot Twitter, Zentralrat der Juden in Deutschland)

Ungefähr 180 Teilnehmer hätten sich vom Bahnhofsvorplatz in Richtung der Synagoge auf den Weg gemacht, hieß es in einer Mitteilung der Beamten. Einige Demonstranten schwenkten türkische und palästinensische Fahnen. Es wurden anti-israelische und anti-jüdische Rufe skandiert. Um den Protestzug zu verhindern, setzte die Polizei eigenen Angaben zufolge auch Schlagstöcke ein. In der Nacht zuvor waren vor Synagogen in Münster und Bonn israelische Flaggen angezündet worden. In Bonn wurde dabei auch der Eingang des Gebäudes durch Steinwürfe beschädigt. In Düsseldorf gab es ein Feuer am Mahnmal für die ehemalige große Synagoge. Mehrere Personen wurden festgenommen.

Nordrhein-Westfalen ordnete zusätzlichen Schutz für herausragende jüdische Einrichtungen an. Auch andere Bundesländer wie Thüringen erhöhten die staatlichen Sicherheitsvorkehrungen. Zahlreiche Politiker und Experten verurteilten die Taten und äußerten Befürchtungen vor einem Anstieg antisemitischer Straftaten.