Transphobie: Alice Schwarzer, „Emma“ und der geballte Unfug


Um Rechte von trans* Personen zu beschneiden, versuchen radikale Feministinnen, Gesetze zu kippen. Alice Schwarzer („Emma“) verleiht ihnen eine schrille Stimme.

Joane Studnik | Frankfurter Rundschau

Folgen wir doch mal Alice Schwarzers Logik und denken das zu Ende. ©imago/Alexander Pohl

Es war ein trübselig-verregneter Tag, als ich die aktuelle „Emma“ am Kiosk für 9,90 Euro erwarb, diese einstmals wunderbare Frauenzeitschrift, die keine Diäten und Modediktate anpreist. Mit Lust zur Kontroverse hatte Herausgeberin Alice Schwarzer 1977 eine Startauflage von 200.000 Exemplaren drucken lassen. Zuletzt verkaufte „Emma“ nach eigenen Angaben noch um die 25.000 Hefte.

Mit existenzbedrohendem Auflageschwund kämpfen fast alle Printmedien, auch solche, die um ihre Leserschaft mit harten Recherchen und exklusiven Themen mühen. „Emma“ hat sich auf einen anderen Weg begeben. Sie überspitzt Reizthemen, attackiert gnadenlos und buhlt um Applaus aus rechtextremen Kreisen.

„Emma“ beruft sich auf Desinformationskampagne

Zehn Seiten widmet sie nun dem Thema Transsexualität, erklärtermaßen, um die „sich anbahnende Katastrophe“ zu verhindern. Gemeint ist die überfällige Reform des teils verfassungswidrigen Transsexuellengesetzes (TSG). Gefeiert werden Erfolge transphober Vorkämpferinnen in England und Schweden, die Initiativen für Selbstbestimmung und eine adäquate medizinische Versorgung von trans Jugendlichen zu Fall brachten.

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