Unser Sinn für Geometrie könnte einzigartig sein


Sinn fürs Gerade: Wir Menschen könnten einen einzigartigen Sinn fürs Regelmäßige besitzen – für die abstrakte Ordnung geometrischer Formen. Das legt ein Experiment nahe, in dem Menschen abweichende Muster umso besser erkannten, je geometrischer die Objekte waren. Selbst bei Angehörigen von Naturvölkern, die selten rechte Winkel sehen, trat dieser Geometrie-Effekt auf. Bei Pavianen hingegen fehlte er völlig, obwohl sie als Primaten eng mit uns verwandt sind.

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Wir Menschen empfinden geometrische Formen instinktiv als angenehm und schön – aber warum eigentlich? ©Agustinc/ Getty images

In unserer modernen Zivilisation sind wir von regelmäßigen, geometrischen Formen umgeben: Unsere Gebäude, technischen Geräte oder Gebrauchsgegenstädte haben meist rechte Winkel, parallele Kanten oder kreisförmige Flächen. Wir nehmen diese Formen als geordnet, angenehm und schön war und neigen instinktiv dazu, Dinge nach diesen abstrakten geometrischen Vorbildern zu formen.

„Archäologische Funde deuten darauf hin, dass diese Verliebe für regelmäßige geometrische Formen schon so alt ist wie die Menschheit selbst“, sagen Mathias Sablé-Meyer von der Universität Paris Saclay und seine Kollegen. „Der Mensch fühlt sich offenbar von den Hauptmerkmalen der euklidischen Geometrie angezogen.“

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